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Zuletzt aktualisiert am: 21.10.2017

Das bleibt – West trifft auf Ost

Wer sich anlässlich der 25 Jahre wieder vereinigtes Deutschland reichlich anberaumten Feiern auch in die Hauptstadt begeben hat, wird sicher auch den Potsdamer Platz besucht haben.

Dies ist ein historisch bemerkenswerter Ort, der nach der Maueröffnung neu belebt wurde. Auch wenn das Areal mit seiner „Klein-Manhattan Architektur“ nicht jedem gefällt, gibt es doch einen Grund, sich auch jenseits von Jubiläen an diesen Ort zu begeben: das seit 2011 laufende Musical „Hinterm Horizont“. Es ist davon auszugehen, dass dieses Musical sich zu einem Dauerbrenner entwickelt, denn so spaßig und musikalisch wurde die deutsche Teilung selten verarbeitet.

Rocker trifft auf Ost-Dame

Dieses Musical gehört zu den Umsetzungen von Events, die im Grunde keinen kalt lassen. Fast jeder, der das Alter dafür hat, kann sich an Grenzkontrollen, an Warteschleifen und allerlei anderes Lästiges erinnern. Heute ist von der Trennung Deutschlands nicht viel übrig – zumindest, was das Vorhandensein von Grenzen betrifft. Wer also das Musical „Hinterm Horizont“ besucht, hat so ein bisschen den Gruseleffekt, den etwas hervor ruft, das zwar scheußlich ist, aber schön weit weg. Aber natürlich kommt bei diesem Rockspektakel auch eine recht ordentliche Liebesgeschichte hinzu, die sich mit der Politik verquickt, die sie unmöglich zu werden verheißt, Romeo und Julia in Ost-Berlin, das hat auch heute noch was!

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Es war im Jahr 1983

Der Plot nimmt seinen Anfang im Jahr 1983, also weit vor den Ereignissen, die die DDR zur Geschichte werden ließen. Udo Lindenberg, um den es sich bei diesem Musical sehr stark dreht, sang vor entzückten Ost-Ohren seine Lieder, die durchaus politischen Sprengstoff für das Regime enthielten. Prompt wurde ihm auch eine flächendeckende Tournee durch den Arbeiterund Bauernstaat verwehrt. Und das ist der Grund, weshalb die Love Story zwischen einer Ost-Dame und Udo so dramatisch verläuft. Aber zum Trost werden die Jahre nach diesem epochalen Konzert im Osten auch beleuchtet, und der geneigte Zuschauer kann sehen, wie die Mauer fällt – und das ist teilweise sehr lustig!

Konzerte können eine Welt verändern

Im Grunde setzt Udo Lindenberg hier seine eigene Geschichte um, eine Geschichte des Aufbegehrens gegen Grenzen jeder Art. Wenn er von einem „Sonderzug nach Pankow“ singt, hat das auch heute noch den Klang des „Einer zeigt es denen da oben“. Aber auch ungeachtet der historischen Vorgänge ist der Besuch dieses Musicals eine gute Idee, und man kann sich nach dem Konzert darüber freuen, mit dem normalen Zug nach Pankow – oder Charlottenburg – fahren zu können.

Weitere Infos gibt es hier Konzertkarten und Tickets – Der Musikblog